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Wir heiraten, weil wir uns verliebt haben. Oder weil der Gedanke, allein durchs Leben zu gehen, unerträglich ist. Und wir heiraten einen Menschen, mit dem wir uns wohlfühlen, weil er uns so vertraut ist. Dabei ahnen wir nicht, dass diese Vertrautheit daher rührt, dass die Persönlichkeit des anderen so zu uns passt, dass wir mit ihm alte Konfliktmuster aus unserer Kindheit wiederholen und dabei im Laufe der Zeit viele unverarbeitete Verletzungen reproduzieren werden.
Das alles sind ziemlich wacklige Voraussetzungen für eine so weitreichende Entscheidung wie die, einen Bund fürs Leben zu schließen. Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass es in einer Ehe zu Konflikten und zu Durststrecken kommt. Viele Paare erleben längere Krisen und Phasen, in denen sie überzeugt sind, den falschen Partner geheiratet zu haben. Das ist normal.
Es lohnt sich, auch in solchen schwierigen Phasen dranzubleiben. Nicht dem naheliegenden, aber oft falschen Gedanken zu glauben, dass man diese Probleme mit jemand anderem nicht hätte. Immer wieder sagen mir ältere, glückliche Paare, dass sie froh sind, damals nicht den Bettel hingeworfen zu haben.
Die Statistik bestätigt dies. Eine Studie der Soziologin Linda J. Waite zeigt, dass „zwei von drei unglücklich verheirateten Erwachsenen, die eine Scheidung oder Trennung vermieden haben, fünf Jahre später glücklich verheiratet waren“. Diese Studie legt zudem nahe, dass für diejenigen, die unglücklich verheiratet waren, eine Scheidung – entgegen den Erwartungen – nicht zu mehr Glück führte: „Unglücklich verheiratete Erwachsene, die sich scheiden ließen oder sich trennten, waren im Durchschnitt nicht glücklicher als unglücklich verheiratete Erwachsene, die verheiratet blieben.“ In die gleiche Kerbe schlägt auch der Schweizer Paarforscher und -therapeut Prof. Dr. Guy Bodenmann, wenn er sagt, dass sich viele Paare zu schnell trennen.
Das sind keine Argumente für ein blindes Festhalten an einer missbräuchlichen, gewalttätigen oder innerlich längst toten Ehe. Manchmal ist eine Scheidung eine tragische Notwendigkeit, das erfahren wir nicht zuletzt auch im Gespräch mit Teilnehmenden unserer Kurse zur Aufarbeitung einer Trennung oder Scheidung.
Aber wir leben in einer Zeit und in einer Region, in der das Streben nach persönlicher Erfüllung nicht nur eine Möglichkeit, sondern eine Pflicht geworden ist. Unsere Partnerschaft ist davon nicht ausgenommen. Wir hören Geschichten von Menschen, die ihre Ehe als einen Akt der Selbstliebe verlassen, um sich auf eine persönliche, sexuelle oder spirituelle Reise der Selbstfindung zu begeben. In einer solchen Kultur kann es sich wie Selbstbetrug anfühlen, in einer Ehe auszuharren, die sich unbefriedigend anfühlt.
Diese gesellschaftliche Entwicklung ist für Beziehungen nicht nur negativ. Ich glaube, es ist eine Chance für mehr echte und freiwillige Liebe, dass weniger Menschen (vor allem Frauen – Männer haben sich schon immer tendenziell mehr Freiheiten herausgenommen) aus wirtschaftlichen oder sozialen Zwängen in einer lieblosen und einseitigen Partnerschaft ausharren müssen.
Doch eine tiefgehende, lebenslange und erfüllende Beziehung aufzubauen ist nicht möglich ohne die Bereitschaft, auch Phasen der Unzufriedenheit und Enttäuschung zu ertragen. Und vieles spricht dafür, dass gerade diese Zeiten der Nährboden für die Persönlichkeitsentwicklung sind, die wir in unserer Selbstfindung suchen. Lebenslange Liebe entsteht nicht trotz, sondern gerade durch das bewusste Durchleben und Überwinden dieser Herausforderungen.
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